Vernissagen

 
Die nächste Vernissage findet am 8. Oktober 2011 in Murnau statt, als zweiten Teil der Münchner Ausstellung im Frühjahr.

Ort: Galerie in der Goldschmiede Tom Fiedler, Untermarkt 36, 82418 Murnau am Staffelsee.

Anlässlich des Jubiläumsjahres 2011 für Franz Liszt und Gustav Mahler zeigen wir die Ausstellung  “Lucifer – Licht im Schatten“ über Dantes “Göttliche Komödie“, Goethes “Faust“ und Nietzsches “Zarathustra“ , dem   " Lied von der Erde" und der 10. Symphonie an Hand der musikalischen Werke von Franz Liszt (1811-1886) und Gustav Mahler (1860-1911) mit Gemälden und Zeichnungen von Maximilian Fliessbach gen. Marsilius (1961)

Lucifer war in der römischen Mythologie der Sohn der Aurora, der Göttin der Morgenröte. Sein Name war die poetische Umschreibung für den Lichtbringer, den Morgenstern, also den Planeten Venus. Im christlichen Religionsverständnis galt Lucifer als Seraphim, als höchster Engel in der Hierarchie der himmlischen Heerscharen. Er rebellierte aus Hochmut gegen die göttliche Ordnung, stürzte von Himmel und brachte so den Menschen das Licht der Erkenntnis. Vergleichbar dem antiken Gott Prometheus, der den Menschen das Feuer brachte, wurde auch Lucifer als gefallener Engel verstoßen, obgleich es notwendig zum Plan der göttlichen Vorsehung gehört, dass der Mensch aus seinem paradiesischen Naturzustand des Stillstandes in die aktive Gestaltung seines Lebens und seines Schicksals geführt wurde. Nosce te ipsum, Erkenne Dich selbst, dieser Weg war nicht möglich, ohne die Emanzipation vom Göttlichen. Das Gute und das Böse bedingen einander in ihrer Inhaltlichkeit als Voraussetzung für deren Unterscheidung. Lucifer brachte als die Schlange im Paradies die Sünde in die Welt, die seitdem am Menschen haftet, und die er zu überwinden sucht in seiner Gebundenheit an die Erde zwischen Himmel und Hölle. Der Weg der Erkenntnis ist eine Reise zur Freiheit, eine ständige Prüfung und Herausforderung, ein Gang der Läuterung durch die Hölle zum Paradies, ein Erforschen der Leidenschaften, des Eros und der Liebe, ein Suchen und Irren der Seele zwischen Körper und Geist, zwischen Apollinischem und Dionysischem, ein Kampf göttlicher und satanischer Mächte, ein Dualismus von Licht und Schatten. Dantes Göttliche Komödie, Goethes Faust, Nietzsches Zarathustra umspannen eine universale Welt der Mythen, Motive und Gedanken, die seit Generationen viele Künstler zur musikalischen sowie bildnerischen Auseinandersetzung anregten, sei es als Spiegel dieser Geschichten oder der eigenen Seele.

Der Künstler Maximilian Fliessbach gen. Marsilius wurde 1961 geboren und studierte bei Ernst Fuchs (Wien) und Gerhard Rühm (Hamburg) Freie Malerei und Graphik. Anschließend ab 1982 Kunstgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität und parallel dazu Opernregie bei August Everding und Bühnenbild bei Theo Lau an der Hochschule für Musik und Theater in München. 1988 schloss er seine Examen mit dem Magister Artium ab und arbeitet seither freischaffend als Maler, Bildhauer, Regisseur und Bühnenbildner. Seit über 20 Jahren widmet er sich in seinem Werk der Verbindung von Malerei mit Musik und Text. Regelmäßig entwirft er die Ausstattung der Theater-Festspiele auf Burg Kemnat bei Kaufbeuren und seit über 10 Jahren die Ausstattung des Hippodrom Festzeltes auf dem Münchner Oktoberfest. 2004 wurde er zusammen mit Loriot als einer der wichtigsten Künstler der Region mit dem Kunstpreis des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen ausgezeichnet. Marsilius arbeitet in seinen Ateliers in Bichl-Benediktbeuern, Tutzing  und München.